Marine Klimaforschung

Dr. Veronica R. Krossa

Postdoc

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Forschungsinteressen

  • Organische Geochemie & Isotopengeochemie
  • Klimawandel im Holozän
  • Paläozeanographie, -limnologie, -klimatologie

Arbeitsgebiete

  • Skagerrak
  • Ostsee

Dissertation

Titel: Mittelholozäne Klimavariabilität in Norddeutschland und angrenzenden Meeresgebieten [Mid-Holocene climate variability in northern Germany and the adjacent ocean]

Die Dissertation ist ein Teil des DFG Schwerpunktprogramms 1400 (Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung), welche im Juli 2009 begonnen hat. Insgesamt 22 Universitätsinstitute, Forschungseinrichtungen und Denkmalpflegeämter untersuchen in 16 Teilprojekten das Neolithikum in der Nordeuropäischen Tiefebene im Hinblick auf eine komplexe Fragestellung: Wie verhalten sich die frühen Monumentalbauten zu der Entwicklung der sozialen Verhältnisse nach dem Sesshaftwerden um 4100 v. Chr.

Ziel der Dissertation ist es, die regionale kurzfristige Klimavariabilität im nördlichen Mitteleuropa zwischen 7000 und 4000 J.v.h. zu rekonstruieren. In diese Zeit fallen mehrere markante Schritte des neolithischen Landschafts- und Gesellschaftswandels, die einen raschen Wechsel von Landnutzungs- und Wirtschaftsstrategien widerspiegeln. Inwieweit diese durch Klimaveränderungen und dem damit einhergehenden Umweltwandel geprägt wurden, ist noch weitgehend unbekannt. Besonderes Interesse gilt dabei der Abkühlungsphase, die das holozäne Klimaoptimum vor ca. 5000 Jahren beendete und den damit verbundenen Veränderungen im hydrologischen Kreislauf. Für diesen Zeitraum sollen hochauflösende Zeitserien mariner und terrestrischer Klimavariablen an Sedimentkernen aus dem Skagerrak und dem Belauer See erstellt werden. Der Einsatz möglichst quantitativer „Klimaproxies“, die sowohl auf lakustrine als auch auf marine Sedimentserien anwendbar sind, soll dabei den direkten Vergleich mariner und terrestrischer Klimasignale und eine bessere Abschätzung der Magnitude lokaler und regionaler Umweltveränderungen in Norddeutschland und den benachbarten Meeresgebieten ermöglichen. Diese sollen dann mit Zeitserien der Klimavariationen aus dem offenen Nordatlantik verglichen werden, um neue Hinweise der Auswirkungen des Nordatlantikklimas auf das regionale Klimageschehen in Norddeutschland für das mittlere Holozän auf Zeitskalen von wenigen Jahrzehnten bis Jahrhunderten zu bekommen. Damit wird es möglich die mittelbaren Auswirkungen dieser Klimaschwankungen auf die sozialen Strukturen und ökonomischen Verhältnisse der Trichterbecher- und nachfolgenden Kulturen zu erfassen.